Die Kosten pro Quadratmeter ist eine wichtige Messgroesse beim Hausbau. Sie werden auch staatlich erfasst in sogenannten Bodenrichtwerten (z. B. im Brandenburg-Viewer). Sie weist den Wert des Bodens nach der uebrigen Infrastraktur aus. In Brieselang lag der Bodenrichtwert zum Beispiel 2009 bei 45 Euro/qm und 2011 bei 50-55 Euro/qm. Das bedeutet natuerlich nicht, dass ein Verkaeufer sich auch an den Richtwert haelt. Der Preis wird ausschlesslich durch Angebot und Nachfrage bestimmt, wobei der Verkaeufer unter Umstaenden auch die Unwissenheit des Kaeufers einkalkuliert. Es wird zum Beispiel eine Knappheit suggeriert oder die alsbaldige Anbindung der Ortschaft ans S-Bahn-Netz. Solche Hinweise sind natuerlich sehr wertvoll, beduerfen aber jedesmal einer Ueberpruefung (notfalls durch die DB Netz AG). Der Bodenrichtwert kann auch mal bei 80-120 Euro/qm liegen. Hier handelt es sich entweder im landschaftslich schoene Gegend oder ein Grundstueck, was nach modernsten Massstaeben neu erschlossen worden ist (als mit Wasser, Strom, Gas, Glasfaserleitung der Telekom). Erschliessungskosten koennen sonst nochmal mit bis zu 20.000 Euro zu Buche schlagen, wenn man etwa eine 50 Meter lange Gasleitung und Abwasserschacht erstellen lassen muss fuer sein Waldgrundstueck in der zweiten Reihe. Auch der Bau einer Strasse wird auf die Grundstueckseigentuemer umgelegt.
Ein anderes Problem ist das, was sich auf dem Grundstueck schon befindet. Meist wird es verkauft "wie es steht und liegt". Das bedeutet, man erwirbt zum Grundstueck alles mit, was sich darauf befindet. Das kann zum einen eine neue Bodenplatte sein oder alte gammlige Buden mit schoenen vermoderten Asbest-Platten. Oder die potentiellen Nachbarn haben ihre Gartenabfaelle die letzten 20 Jahre auf dem Grunstueck entsorgt. Oder man sieht den Wald vor lauter Baeumen nicht. Alles inklusive. Auf dem Gelaende des ehemaligen Olympischen Dorfs in Dallgow-Doeberitz bekomt man sogar eine Bescheinigung vom Kampfmittelraeumdienst, dass sich keine Munition auf dem Grundstueck befindet, schliesslich war das alles mal CA-Millitaergelaende. Fassen wir also noch einmal zusammen:
Als vierten Punkt koennte man noch anfuehren, dass man die Nachbarn meist nicht mit hinzukaufen kann. Also an das, was man persoenlich als besonders "schoen" und "nett" empfindet, kann man kein Preisschild dranhaengen. Das Huepenbecker-Syndrom.