Wie alles begann

Wir schreiben das Jahr 2011 und es wurde klar: Die Zeit im Rhein-Main-Gebiet geht zu Ende. 2 Jahre habe ich versucht, von Frankfurt/M. nach Duesseldorf zu kommen.Die Penthouse-Wohnung in Oberursel war mehr eine Interimsloesung, ein Vorspiel auf ein eige…

Posted by eumel8 on January 01, 2014 · 3 mins read

Wir schreiben das Jahr 2011 und es wurde klar: Die Zeit im Rhein-Main-Gebiet geht zu Ende. 2 Jahre habe ich versucht, von Frankfurt/M. nach Duesseldorf zu kommen.

 

Die Penthouse-Wohnung in Oberursel war mehr eine Interimsloesung, ein Vorspiel auf ein eigenes Haus oder mindestens eine groessere Wohnung. Haus oder Wohnflaeche war aber in Rhein/Main nicht bezahlbar, zumindest nicht an den landschaftlich schoenen Strecken, ohne Fluglaerm, ohne Hektik und Krach. Der Vordertaunus bot da schon noch ein paar Moeglichkeiten, jedoch sollte man sich mit Gedanken an Haeuserbau befassen. Der Trend ging vom Bau von Haeusern hin, den Zwischenraum zwischen den Haeusern auch noch mit Haeusern aufzufuellen - wenn man jedenfalls den Anspruch hat, in Oberursel in der Feldbergstrasse zu wohnen.

 

 
 

In Stierstadt oder Steinbach, eigentlich ein Dreckskaff, durch das taeglich 10.000 Autos fahren, konnte man eine Brennesselwiese fuer 348.000 Euro als Bauland erwerben. Das war glaube ich auch die Zeit, in der man angefangen hat, sich mit Quadratmeterpreisen von Grundstuecken zu beschaeftigen. Wenigstens waeren aber noch ein paar Brennesseln stehengeblieben. Wenn man aber noch 100000 Euro drauflegt (die man eh nicht hat), bekommt man schon ein kleines Haeuschen auf dem Riedberg, ein neuer Stadtteil in Frankfurt/M.. Leider hats man da nicht so mit Platz und Ruhe, obwohl man fast schon laendlich wohnt. Die Flugrouten vom Frankfurter Flughafen werden durch Euro gelenkt. So fliegen zum Beispiel niemals Flugzeuge ueber Koenigsstein und Kronberg, zwei der Top 10 Gemeinden in Deutschland und die Schneisse Richtung Nord/West fuehrt genau zwischen Oberursel und Bad Homburg durch, nachdem man genau ueber Riedberg nochmal richtig Schub gegeben hat. Schoen bloed, wenn man sich dort ein teures Haus gebaut hat.

Duesseldorf hat auch ein Flughafen, aber er verkommt zur Bedeutungslosikeit was Fluglaerm betrifft. Die Stadt hat so ihr ganz besonderes Flair, wenn man mal die Koenigsallee vergisst. Obwohl, die Koenigsallee gehoert eigentlich doch dazu, zusammen mit den Terassen am Rhein, wo man die Buerger von Duesseldorf trifft. So einen Eindruck habe ich in Frankfurt nie gehabt. Auch eine Strassenbahn mit Speisewagen habe ich nur in Duesseldorf gesehen. Und Altbier, allemal besser als sogenannte Biersorten in Frankfurt. Wenn man westwaerts ueber den Rhein gesetzt hat, hoert Duesseldorf auch ziemlich schnell wieder auf.

Der Firmensitz von Vodafone sind noch die letzten Anzeichen der Zivilisation, ehe es auf der A52 Richtung Roermond geht, was schon nach 40 km jenseits der niederlaendischen Grenze liegt. DIeser laendliche Landstrich haette ein neues zu Hause werden koennen. Ruckzuck auf Arbeit, ruckzuck auch in Holland, dieses faszinierende Land an der Westkueste von Deutschland.

 

Gegen Ende 2011 war aber klar: Es wird kein Duesseldorf geben. Die beruflichen Weichen wurden wieder ferngesteuert und nach Bad Homburg gestellt. Damit war klar: Die neue alte Heimat hiess Oberursel oder Riedberg, und dabei wollte ich nach 18 Jahren immer noch kein Hesse werden.