Der lange Weg zur Suedstrasse

Das endgueltige Baugrundstueck war das Grundstueck nach dem Grundstueck nach dem Grundstueck nach dem Grundstueck nach dem Grundstueck. Wahrscheinlich habe ich noch ein paar vergessen, deswegen nur die Highlights aus dem Jahre 2012/2013, die einer feste…

Posted by eumel8 on February 02, 2014 · 9 mins read

Das endgueltige Baugrundstueck war das Grundstueck nach dem Grundstueck nach dem Grundstueck nach dem Grundstueck nach dem Grundstueck. Wahrscheinlich habe ich noch ein paar vergessen, deswegen nur die Highlights aus dem Jahre 2012/2013, die einer festen Kaufabsicht unsererseits sicher waren Grundstueck Nr. 1 war ein Eckgrundstueck in Brieselang-Nord. Es war ideal gelegen an einer neu gebauten Strasse, hatte keinerlei Baumbestand und wartete auf Bebauung. Leider war das Grundstueck vererbt und so dauerte es viele Monate, bis alle Erben ausfindig gemacht waren und das Grundstueck veraeussert werden konnte. Ich glaube nach 4 oder 5 Monaten haben wir aufgegeben. Um so kuerzer mussten wir aufs naechste Grundstueck warten. Es lag nur paar Parzellen weiter Richtung Havelkanal ebenfalls an einer neuen Strasse. Starker Baumbewuchs machte die Untersuchung unmoeglich. So der Stand an einem Sonnabend. Dennoch kam die Kaufabsicht, aber zu spaet: Montag war das Grundstueck bereits verkauft. 

Um so mehr Vorfreude bereitete das naechste Grundstueck. Direkt am Wald gelegen in Brieselang-Nord befand es sich in zweiter Reihe von einem Feldweg erschlossen, der die selbe Qualitaet wie die oeffentliche Strasse davor hatte. Entsprechend billig war der Grund, aber es gab noch mehrere Fallstricke: Nur der vordere Teil des Grundstuecks war als Bauland zugelassen, dahinter war Waldschutzzone. Das Grundstueck sollte noch geteilt werden und die Teilungskosten werden auf den Kaeufer abgewaelzt. Der zweite Kaeufer hat noch nicht mal einen Zuweg und so setzt man sich ausnander mit Wege- und Leitungsrecht oder Herrichtung eines Weges, der einem gar nicht gehoert. Ausserdem waren die Erschliessungskosten die grosse Unbekannte.  So bot das Gaswerk die Erschliessung von 36-66 m Laenge fuer 2886 Euro an und auch Strom und Telekom haben Preise pro Meter. Jedoch das Wasserwerk schaetzte die Kosten zwischen 4000 und 10.000 Euro. Letztlich konnte man bis zum Schluss nicht sagen, was die Erschliessung gekostet haette. Ganz richtig, mit diesem Grundstueck sollte es auch nichts werden, denn trotz nicht vorhandener Maklerprovision sollten wir uns viele Wochen im Poker um Quadratmeterpreise befinden. Angefangen hatte es bei 37,66 Euro, ging bis zu 45 Euro, mal mit Zuweg, dann wieder ohne, dann wieder 37 Euro ... die Spielchen sollten ueber 6 Monate dauern. Eine abgegebene Reservierungsgebuehr mit einer Art Vorvertrag sollte zum Schluss gar nichts gelten und nicht das Papier wert sein, auf dem es geschrieben wurde. Zwischenzeitlich wurde sogar ein Bodengutachten auf eigene Rechnung angefertigt. Ein Geologe aus Potsdam, empohlen von der Hausbaufirma, kam eines morgens mit dem Kombi vorgefahren und bohrte zwei Loechelchen in das Grundstueck. Er nahm auch einige Gesteinsproben und kam dann zu dem Schluss, dass es sich um Boden zweiter Wahl, sogenannter Aufschuettung handelt, der Grundwasserspiegel bei 1,50 m recht hoch ist und es weiterer Verdichtung des Fundaments bedarf, damit das Haus eine ausreichende Festigkeit hat. Unserer Ansicht weitere Argumente um das Grundstueck billiger zu machen, aber das muss ja auch der Verkaeufer nicht so sehen. Letztlich warten wir heute noch auf Rueckabwicklung mit Stornierung der Reservierungsgebuehr und Uebernahme der Gutachterkosten fuer ein Grundstueck, dass wir nicht mehr wollten. Eigentlich ein nettes Beispiel wie sich ein Makler komplett verkalkuliert hat, aber das sollte nicht mehr ganz unser Problem sein.

Das naechste Grundstueck war schnell gefunden. Noch gab es ausreichende Baugrundstuecke in Brieselang. Ja, es gab sogar eine ganze Siedlung in Brieselang-Sued, die auf Bebauung wartete. Die Strassen waren schon da, Fusswege waren angelegt, Strassenbeleuchtung ... dennoch war gerade mal ein Haus gebaut worden, denn die ganze Siedlung lag direkt an der Autobahn A10. Hier soll 2015 6-spurig ausgebaut werden, womit die Berechtigung zum Bau einer Laermschutzwand gegeben war. Aber bis es so weit ist, sind Strassen und Wege in der Bausiedlung wahrscheinlich schon verrottet. Unser neuer Grundstueckskandidat lag auch in Brieselang-Sued, was somit wegen der Autobahn eigentlich die schlechtere Wahl war, aber es lag mehr im Ortsinneren, sodass man fast schon wieder den Laerm der Eisenbahnstrecke ausgesetzt war, aber dennoch war es gut. Von der befestigten Strasse machte das Grundstueck einen guten Eindruck. Gut, es war stark verwildert und vom Nachbarn, ein Liebhaber des englischen Rasens waren Aeste und Straeucher auf das Grundstueck ruebergeweht, dass man weder etwas sehen und durchgehen konnte. Irgendwie musste man aber doch mal auf das Grundstueck kommen! Also Bahn frei in das Innere des Grundstuecks. Gleich hinterm ersten Gestruepp ging es steil ab in die Ueberreste einer Jauchengrube. Oh Gott, was faengt man denn damit an? Ich weiss, keineswegs zuschuetten, sowas muss man als Regenwasserbehaelter behalten! Weiter hinten kam dann eine verfallene Bude. Die Bude musste auch da sein, denn sie war im Grundriss eingezeichnet. Halt, einen Grundriss gab es nicht. Der zustaendige Makler war zwar diesmal sehr freundlich und geschaeftstuechtig (der erste Makler nach 1,5 Jahren, der einmal MICH angerufen hat!), dennoch war ihm die Anwesenheit der Sickergrube unerklaerlich. Und einen Grundriss vom Grundstueck gab es irgendwie nicht. Es stellten sich dann so Probleme auf wie: Wie messe ich eine Strecke von 20 m in der freien Natur ohne Hilfsmittel? Ich habe nur ein Bandmass von 2 m Laenge und einen Zollstock noch irgendwo. Beides natuerlich nicht zur Hand. Im Android-Appstore gab es ein paar Apps fuers Smartphone, die mit der Kamera des Handy Entfernungen messen kann. Interessante Sache, aber sobald man die Kamera schief haelt, werden aus 15 Meter gleich 25. Also auch nicht ganz richtig, um mit Gewissheit sagen zu koennen, dass das geplante Haus auf das Grundstueck ueberhaupt passt. Dabei gab es schon genug "Gebaeude" auf dem Grundstueck. Die erste Bude war mehr als Holz als aus Stein. Dahinter waren 3 weitere Staelle, meist auch als Holz, aber als Dach dienten schoene gewellte Asbestplatten, die dann teilweise schon halb kaputt auf der Erde lagen. Es wurde dann der Bauleiter der Hausbaufirma herzitiert. Der holte seinen Tiefbauspezialisten und der rechnete aus, dass es nochmal 10.600 Euro kostet, um das Grundstueck ueberhaupt baufaehig zu machen. Alle Argumente ins Feld gefuehrt, brachten beim Makler bzw. Eigentuemer keine Preisminderung. Es wird verkauft "wie es steht und liegt" und das bedeutet auch, dass man die tollen Asbestplatten mit erwirbt, die Jauchengrube und die Straeucher des Gartens des Nachbarn. Also Rueckwaertsgang raus aus der Sackgasse und zwei Strassen weiter zum naechsten Grundstueck.

Dieses Grundstueck war eigentlich voellig unscheinbar inmitten eines Gewerbegebietes. Auf der anderen Strassenseite gab es aber schon Wohnhaeuser. Eines hatten wir sogar schon mal lange Zeit vorher besichtigt. Das Gewerbegebiet war uns auch schon mal negativ aufgefallen von der anderen Seite, weil aus einer Fabrikhalle staendig Laerm irgendwelcher Turbinen oder Luefter kam. Auf dieser Seite war es aber ruhig. Eine Elektronikfirma war der naechste Nachbar, also einer der so Schaltkreise zusammenloetet. Dann gab es noch jemanden, der Baustoffe lagerte und noch ein Grundstueck vom Wasserwerk, die die Flaeche ebenfalls als Lagerplatz nutzten. Es gab sogar ein Zaun um das Grundstueck. Und jede Menge Baeume. Es schien sich aber jemand schon mal nuetzlich gemacht zu haben, denn es gab auch einen grossen Reisighaufen, den der Bauleiter lakonisch mit "Osterfeuer" kommentierte. Die Art der Baeume war nicht 100%ig auszumachen. In der vorderen Mitte standen ein paar Birken, von denen aber auch schon paar abgestorben waren, ganz rechts vorn mit Sicherheit eine Eiche. Um die Baeume weiter hinten kann man sich auch spaeter kuemmern, denn erst galt es natuerlich Baufreiheit zu schaffen. Die ausschlaggebende Besichtigung fand dann am Abend des 15.12.2013 statt. Frisch erholt von einem Kurzurlaub an der Ostsee stakten die zukuenftigen Grundstueckbesitzer mit der Taschenlampe Sonntagabend ueber das Grundstueck. Hier sollte also bald das neue zu Hause entstehen...