Der Montag nach der Grundstuecksbesichtigung stand ganz im Zeichen der Kommunikation. Die Maklerin war erst nicht zu erreichen, ein paar verschickte Emails schienen auch nicht anzukommen. Irgendwann rief sie mich aber zurueck und es war wohl die kuerzeste Beratung in ihrem Maklerleben: Kaufen! Sofort! Der Zufall wollte es, dass die Maklerin 4 Tage spaeter einen freien Notartermin hatte, weil einer ihrer Klienten abgesprungen war. Den Termin ersetzen wir doch gerne! Es galt bloss noch das Gefuehl zu erstellen, ein besonderes Schnaeppchen erworben zu haben. Das Grundstueck war zwar so schon ideal: keine direkten Nachbarn, zentral am Bahnhof und doch ruhig gelegen, im Kerngebiet vom Netzausbau der Telekom. Der Preis lag bei den Quadratmeterpreisen fuer den Bodenrichtwert in Brieselang. Dennoch wuerden ja noch Kosten fuer die Beseitigung der Baeume entstehen. Also jetzt nicht alle, aber so, dass das Haus natuerlich hin passt. Waren 3000 Euro zuviel? Bingo! Es war genau die Preisspanne, die vom Verkaeufer drin gewesen ist, um das Grundstueck jetzt nicht unter Wert zu verkaufen, aber auch nicht auf allen Kosten fuer die Herrichtung sitzenzubleiben. So sollten wir uns am 19.12.2013 um 11.00 Uhr am Maerkischen Ufer in Berlin einfinden. Klar, noble Anwaelte brauchen auch noble Adressen. Es war eine ganze Gruppe von Anwaelten und Notaren, die sich dort zusammengeschlossen hatten. Im Vorfeld hatten wir schon unsere Personalausweiskopien uebermittelt, Steuernummern fuer die Grunderwerbssteuer, Kontoauszug, dass wir auch Geld zum Erwerb haben. Der Notar hatte den Abend zuvor noch den Entwurf des Notarvertrages per Email verschickt. Es blieb keine Moeglichkeit, das Schriftstueck durch einen Anwalt nochmal pruefen zu lassen und so dachten wir uns ein paar Klauseln aus, die wichtig waeren: keine Schulden auf dem Grundstueck, keine versteckten Maengel, und die Moeglichkeit ein Haus drauf zu bauen. Ansonsten erwirbt man vielleicht eine voellig ueberteuerte Wiese bzw. Waldstueck.
Das Grundstueck befand sich auch in dritter Generation im Familienbesitz des Eigentuemers Entsprechend rar waren die Grundbucheintraege, die uns vorgelegt worden. Die Maklerin war auch zugegen und so begann bei Kaffee und Keksen das Verlesen des Notarvertrages zusammen mit dem Notar, dem Eigentuemer und uns. Er erklaerte nochmal jeden Satz und alles hoerte sich gut an. Ein paar Spaesschen ueber das baldige Weihnachtsfest und dem grosszuegigen Geschenk was man sich gegenseitig macht und nach der Unterschrift war alles besiegelt. Also naja, eigentlich ging man mit leeren Haenden nach einer Stunde wieder ausnander. Die Urkunde mit dem Siegel kam erst paar Tag spaeter mit der Post. Aber der Notar machte schon mal einen Sperrvermerk ins Grundbuch, damit der Verkaeufer das Grundstueck nur einmal verkaufen kann. Und wir standen als Kaeufer drin! Der naechste Schritt war die Information der Gemeinde Brieselang ueber die Verkaufsabsicht Die Gemeinde hat zum Zeitpunkt der Veraeusserung ein Vorkaufsrecht ,kann also zum jetzigen Zeitpunkt das Grundstueck als erstes erwerben, wenn sie etwa einen Kindergarten oder Schule da hin bauen will.
Am Nachmittag des 19.12.2013 hatten wir noch einen Termin in Bernau bei der Hausbaufirma vereinbart. Jetzt wurden Naegel mit Koepfen gemacht, wie es so schoen heisst. Der Geschaeftsfuehrer der Hausbaufirma war zugegen und so waren diesmal 24 Unterschriften zu leisten - auf jeder Seite des Hausbauvertrages. Jetzt hatten wir also beides in der Tasche.