Wohl doch nicht laut

DIese Woche war wieder von Hoehen und Tiefen begleitet. Langwierig war schon wieder die Suche nach einem Sachverstaendigen fuer Immissionsschutz. Nach Feierabend ist natuerlich niemand mehr zu erreichen und um nicht jeden die Geschichte stundenlang im E…

Posted by eumel8 on June 06, 2014 · 4 mins read

DIese Woche war wieder von Hoehen und Tiefen begleitet. Langwierig war schon wieder die Suche nach einem Sachverstaendigen fuer Immissionsschutz. Nach Feierabend ist natuerlich niemand mehr zu erreichen und um nicht Jedem die Geschichte stundenlang im Einzelgespraech zu erklaeren, schrieb ich ein Email mit BCC an alle Sachverstaendigen,die ich im Internet gefunden habe. Das Feedback war ueberwaeltigend und tendierte gegen … 0. Von 6 Angeschriebenen meldete sich nach paar Tagen gerade mal einer. Der wollte 55 Euro die Stunde und praesentierte die alte Salamischeibentaktik: Erst mal vor Ort gucken was los ist, dann mit dem Umweltschutzamt reden, dann einen Bericht schreiben, dann eine 24-Stunden-Geraeuschemessung machen. In der Reihenfolge waren dann auch die Preise gestaffelt, wobei die Geraeuschemessung von einer externen Firma durchgefuehrt wird. Das war mit 1000 Euro das Teuerste, weil nicht bloss ein Mikrofon in die Landschaft gehalten wird, sondern nachtraeglich alle unerwuenschten Geraeusche wie Voegel, Autos, Flugzeug ausgefiltert werden mussten, denn man war ja bloss an den Geraeuschen des Gewerbegebietes interessiert. Am Montag nach Christi Himmelfahrt war es auch gleich so weit: Der Gutachter stieg in der Suedstrasse abends um 18:00 Uhr aus dem Auto, stellte sein Ohr in den Wind und sagte: Hier ist ja nix?! Danach stiefelte er noch eine Stunde durchs Grundstueck und durchs Gewerbegebiet, machte zahlreiche Fotos und meinte, dass man hier gar keine Geraeuschmessung machen kann, weil der Laerm des Gewerbegebietes nicht messbar waer. Dabei erzaehlte er noch Wissenswertes ueber Laerm, dass etwa 100 m Wald nur 1 db Geraeuschpegel mindert und am besten grosse glatte Flaechen zum Abweisen von Laerm geeignet sind. So eine 2 Meter hohe Wand an die Grundstuecksgrenze zum Gewerbegebiet sei seiner Meinung das beste und wuerde den Ausblick dennoch verbessern, denn ansonsten schaut man auch nur auf die trostlosen teilweise verlassenen Werkhallen. 2 Tage spaeter rief er dann an und war schon zu Stufe 2 uebergegangen: Die direkte Konfrontation mit dem Unmweltschutzamt. Der Beamte dort sei ganz leutseelig gewesen und froh, dass ihm mal jemand mit echten Informationen aus dem Leben versorgt, denn er war noch nie in Brieselang gewesen und kennt nur die Aktenlage und die Gesetze. Vom muendlichen Bericht des Sachverstaendigen war er beeindruckt, erbat sich noch alles schriftlich per Mail und die Bilder aus - und dann gaebe es keinen Grund, dem Bauvorhaben zu versagen. Aeh? Haeh? Alle Aufregung umsonst und alles gut? Naechste Woche sollen wir die Email kriegen zur Ansicht und dann faellt das Umweltamt seine Entscheidung. Parallel laeuft aber die Anhoerung nach §28 VwVfG. mit Terminfrist 18.06. Wir haben den Rat bekommen, dagegen Widerspruch einzulegen, aber die Anhoerung laesst bloss die Moeglichkeit der Stellungnahme zu und den Widerspruch kann man dann bloss gegen die Entscheidung einlegen, dass der Bauantrag abgelehnt ist. Also werden wir unsere Stellungnahme lieber nochmal schriftlich einreichen.

Die andere Sache diese Woche war die Sache mit den Wurzeln. EIgentlich haben wir uns schon in Werbeprospekten nach Rasenmaehern umgeschaut, denn ueber dem hinteren Grundstueck sollte ja schon Gras wachsen. Ein Grill sollte auch schon angeschafft werden. Wie ich aber Dienstag die Arbeit der Gruenanlagenfirma begutachtem wollte, stelle ich fest: Nur eine winzige Ecke des Grundstuecks ist mit neuer Erde aufgefuellt und es ist weder gerade noch rasenmaeherfreundlich. Es ist auch kein Gras ausgesaeht, was es bald zu ernten gilt. Abends mailte mir der Chef der Firma, dass sie sich mit den 10 Kubikmeter Mutterboden ausbringen, um das Wurzelwerk darunter mit Erstickung auszurotten, grob verschaetzt haetten und jetzt noch 30 weitere Kubikmeter brauchen. Aeh? Haeh? Erst verschaetzen sie sich bei den Entfernen der Wurzeln und dann auch noch bei der Menge der Frischerde??? Wenn man 26m16m0,2m rechnet, kommt man doch automatisch auf die erforderliche Menge Erde?! Naja, aus Kulanz bekamen wir die Arbeitsleistung erlassen und muessen bloss nochmal 600 Euro fuer die Erde bezahlen. Lohnt sich dennoch, wenn man mehr als ein Gartengrundstueck haben will.