Die Fräse war da

3 Samstag hat es gedauert, bis der Laubmann mit dem LKW alles Laub und morsches Holz abgefahren hat. Bedauerlich, dass wir nicht doch noch 2 Reisighaufen als Osterfeuer abgefackelt haben. So verbrauchte das sperrige Zeug ganz viel Platz auf dem LKW und…

Posted by eumel8 on April 27, 2014 · 4 mins read

3 Samstag hat es gedauert, bis der Laubmann mit dem LKW alles Laub und morsches Holz abgefahren hat. Bedauerlich, dass wir nicht doch noch 2 Reisighaufen als Osterfeuer abgefackelt haben. So verbrauchte das sperrige Zeug ganz viel Platz auf dem LKW und kostete so natuerlich zusaetzlich Geld. Alles in allem war es aber dann doch billiger als die Laubsackvariante. Nachdem die Zufahrt zum Grundstueck so fast wieder frei war, konnte man sich mal um die anderen Problemchen auf der Flaeche kuemmern. Wegen der Wurzelstoecke hatten wir ja nun schon viele Ratschlaege bekommen. Ausgraben (mit Zeitvergaeudung der naechsten 52 Wochenenden), 12-Tonnen-Tiefloeffelbagger, Fraesen. Die Variante mit der Fraese war irgendwie noch die Geschickteste - blieben doch so von den Wurzelstoecken nur ein paar Spaene uebrig. Baumpflege Loeffler aus Falkensee bot genau diese Dienstleistung an. Ein Termin war schnell gefunden, die Arbeiten sollten den ganzen Tag dauern. Ausserdem wurde noch der zu faellende Baum besichtigt und auch die grosse Eiche mit den morschen Aesten. Die Pflanze wurde auch gleich als gefaehrlich eingestuft und ein Experte soll kommen wegen eines Gutachtens. Mit dem Gutachten kann man dann zum Gruenflaechenamt gehen und eine Faellgenehmigung erwirken, wenn Gefahr fuer Leib und Leben besteht. Und bei dem Baum sah es nun mal so aus, auch wenn er in den Vormittagsstunden netten Schatten spendete. Was nuetzt es, wenn eines Tages das Haus oder seine Bewohner darunter begraben sind. Herr Loeffler wirkte dann am Grundstueck und abends sah es dann so aus:

Sehr schick, wie ich finde. Spaene waren tatsaechlich nur sehr wenige vorhanden und man konnte diese auch gut auf dem Erdboden als Polster verteilen. Jetzt haben wir nur noch 10.000 Strauchwurzeln. Da gab es auch wieder verschiedene Ratschlaege. In der einen Variante wird die komplette Erde 10 cm abgetragen und quasi als Sondermuell weggeschafft. Die fehlende Bodenhoehe kann man dann mit dem Aushub vom Fundament neu auffuellen. Variante 2 war etwas geselliger. Unser Laubmann hatte auch einen Radlader und mit dem wuerde er den Boden auflockern und dann sollen 4-5 fleissige Helfer die Wurzeln raussammeln. Dauer der Aktion: 1 Tag. Die Wurzeln mit der Hand ohne technische Unterstuetzung alle rauszusammeln sollte quasi unmoeglich sein. 4-5 fleissige Helfer hatten wir aber gerade nicht zur Hand, ohne sie aus der ganzen Republik haette einfliegen zu lassen. Dann gabs noch die Variante “Hilfsarbeiter”, wo sich vielleicht jemand paar Groschen dazu verdienen wollte. Die findet man am schwarzen Brett im Supermarkt, bei Ebay-Kleinanzeigen, im Anouncenteil der Berliner Zeitung oder bei Portalen wir www.myhammer.de und www.haushelden.de. Dort versuchte ich mein Glueck. Die ersten Reaktionen reichten von “Idiotenarbeit” bis “kein Interesse”. Warum meldet man sich dann auf so eine Anzeige?

Der Amtsschimmel galoppiert fleissig weiter durch den Brieselang. Zum Bauantrag haben wieder mal 2 Abteilungen Stellung genommen. Die Untere Denkmalschutzbehoerde hat uns darueber in Kenntniss gesetzt, dass wir unser Haus auf das Bodenschutzdenkmal Nr. 1 in Brieselang hinsetzen wollen. Das bedeutet jetzt, dass wir mehrere Auflagen zum Bauantrag erhalten. Wir sollen einen Archaeologen (auf eigene Rechnung!) beauftragen, der dann einen Tag die Baggerarbeiten auf der Baustelle begleitet. Der Bagger darf keine spitzen Zaehne haben und wenn etwas gefunden wird, was irgendwie antik ist, dann gehoert das sofort der Bundesrepublik Deutschland und muss schoen abgepinselt und archiviert werden. Das waeren wir der Allgemeinheit schuldig und es waere fuer uns auch zumutbar. Das Schreiben wurde erstmal abgeheftet, da kuemmern wir uns drum, wenn es soweit ist. Das Wasserwerk hat dem Bauvorhaben einfach zugestimmt und jetzt fehlt nur noch ein Amt und die Gemeinde Brieselang.

Die Medientraeger haben sich auch alle gemeldet und vorausgefuellte Vertraege zur Unterschrift verschickt. Gas- und Wasserwek wollten nochmal eine genaue Skizze haben. Am erstaunlichsten war die Telekom, die heute schon wusste, dass die Anschaltung am 16.12.2014 durchgefuehrt wird. Die naechsten Aufgaben ist der Kontakt zum Gruenflaechenamt zwecks Erteilung der beantragten Faellgenehmigung. Dazu ist wahrscheinlich ein Vororttermin erforderlich, bei dem das Grundstueck hoffentlich einen guten Eindruck macht.